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 Klimaschutz Hamminkeln macht mit


Hamminkeln ist eine ländlich geprägte Stadt am Niederrhein mit rund 27.000 Einwohnern. Zwar ist der Anteil der erneuerbaren Energien an der Strom-versorgung mit über 60 Prozent schon gar nicht schlecht; ganz anders sieht es aber in den Bereichen Wärme, Verkehr und Konsum aus. 


Im Jahr 2010 hat der Stadtrat einige Klimaziele beschlossen:


CO2-Reduktion

- Reduzierung der CO2-Emissionen um 30 % bis 2030 (Bezugsjahr 2010)


Elektrizität

- bis 2020: 75 % des Stroms aus erneuerbaren Energien


- bis 2030: 100 % des Stroms aus erneuerbaren Energien


Wärme

- bis 2020: insgesamt 20 % der Wärme aus erneuerbaren Energien


- bis 2030: insgesamt 30 % der Wärme aus erneuerbaren Energien


Verkehr

- Erhöhung des Anteils der Fahr- gemeinschaften im Pendlerverkehr


- Erhöhung der Nutzung des ÖPNV


Kommunale Liegenschaften

- CO2-neutrale Verwaltung bis 2030


Gebäudebestand

- Erhöhung der Sanierungsquote auf mindestens 2 %


 Gefördert durch BMUB und NKI




Klimafreundlich mobil in Hamminkeln

Die meisten Autos auf unseren Straßen stoßen sehr viel klimaschädliches CO2 aus und verbrauchen große Mengen Benzin oder Diesel. Jeder Nutzer kann aber mit dem richtigen Verkehrsmittel dazu beitragen, dass der Klimawandel gebremst und der Ressourcenverbrauch reduziert wird.

 

 Verkehrsschild CO2-Reduktion im Verkehr

Foto: Sven Krautwald / Fotolia

 

Noch sind die Hamminkelner Bürgerinnen und Bürger überwiegend mit herkömmlichen Autos unterwegs. Auch wenn auf kürzeren Strecken gerne das Fahrrad genutzt wird, ist das noch sehr ausbaufähig. So sind knapp ein Drittel der Hamminkelner CO2-Emissionen auf den Verkehr zurückzuführen, welcher maßgeblich durch PKW geprägt ist.

 

Fahrgemeinschaften und die ÖPNV-Nutzung sind ein Teil der Lösung. Auch „Intermodale Mobilität“ ist in vielen Fällen sinnvoll. Darunter versteht man, dass der Nutzer das Verkehrsmittel wechselt, indem er beispielsweise mit dem Auto zum Park&Ride-Parkplatz fährt und von dort aus die Bahn nimmt. Weitere Möglichkeiten sollen im Folgenden vorgestellt werden.

 

Das Fahrrad

 

Der Niederrheiner fährt bekanntlich gerne Fahrrad. Das flache Land, die relativ guten Radwege und die landschaftliche Attraktivität laden nicht nur in der Freizeit dazu ein, mit dem Fahrrad zu fahren. Da die meisten zurückgelegten Distanzen nur wenige Kilometer betragen, kann das  Fahrrad noch viel stärker genutzt werden. Zudem fördert Rad fahren die Gesundheit und schont den Geldbeutel.

 

Pedelecs und E-Bikes

 

 E-Bike vor Rapsfeld und Windkraftanlage

Foto: autofocus67 / Fotolia

 

Möchte man Distanzen zurücklegen, welche mit herkömmlichen Fahrrädern zu weit oder zu anstrengend erscheinen, empfehlen sich E-Bikes und Pedelecs. Überwiegend werden Pedelecs genutzt, welche den Fahrer bis 25 km/h elektrisch unterstützen. Sogenannte „Schnelle Pedelecs“ oder „S-Klasse“ unterstützen den Fahrer bis 45 km/h und für diese ist eine Fahrerlaubnis der Klasse AM (ab 16 Jahre) nötig. Außerdem muss ein Schutzhelm getragen werden und es dürfen keine Radwege benutzt werden. Bei E-Bikes im engeren Sinne muss der Fahrer nicht in die Pedale treten, denn es handelt sich hierbei eher um schmale Elektromofas.

Moderne Pedelecs haben eine Reichweite von ca. 50km. Zudem können die Akkus meist auch abmontiert und in vielen Fällen in Cafés, Restaurants und mit Erlaubnis auch beim Arbeitgeber geladen werden. Drei E-Bike-Stationen an Cafés und Hotels gibt es auch in Hamminkeln.

 

Lastenräder


 Lastenrad

Foto: Petrus / Fotolia

 

Nicht nur Pedelecs und E-Bikes, sondern auch Lastenfahrräder werden immer beliebter. Sowohl Handwerksbetriebe als auch Privatnutzer können damit preiswert und gesundheitsfördernd viele Transportprobleme lösen. Auch einige Lieferdienste nutzen inzwischen Lastenfahrräder. Es gibt verschiedene Ausführungen, wobei sich häufig eine große Transportbox vor dem Fahrer befindet oder einfach spezielle Gepäckträger vor dem Lenker installiert wurden. Einige Lastenfahrräder lassen sich auch mit elektrischer Unterstützung fahren.

 

E-Roller

 

 E-Roller in Hamminkeln

Foto: Alexander Ehl / Stadt Hamminkeln


Auch elektrische Motorroller haben viele Vorteile: Wo herkömmliche Roller mit unverhältnismäßig hohen Lärm- und Geruchsemissionen andere Verkehrsteilnehmer oder Anwohner stören, punkten E-Roller mit ihrem leisen und lokal emissionsfreien Antrieb. Zudem haben sie eine sehr gute Beschleunigung, da das volle Drehmoment bei E-Fahrzeugen direkt vorhanden ist. Im Gegensatz zu Autos sind sie sehr leicht und somit sparsam. Aufladen kann man sie an herkömmlichen Steckdosen.

 

E-Auto

 

Laut einer Studie des DLR sind Nutzer von Elektroautos vor allem im kleinstädtischen und ländlichen Umfeld zu finden. Die Tatsache, dass ein Großteil der Hamminkelner Bürgerinnen und Bürger ihre PKW unmittelbar oder in der Nähe des Wohnbereichs abstellen können, ermöglicht zudem das Zu-Hause-Laden an herkömmlichen Steckdosen oder an gesonderten Wallboxen. Aber auch immer mehr öffentliche Ladesäulen werden errichtet. Auch sind die meisten PKW-Fahrten keine Langstreckenfahrten, wodurch die Reichweite der herkömmlichen E-Autos von ca. 100-380km in den meisten Fällen ausreicht (Stand: Anfang 2017). Für größere Distanzen bieten einige Händler auch normale Ersatzautos an, welche an einigen Tagen im Jahr gratis ausgeliehen werden können. Größere Reichweiten werden auch durch E-Autos mit Range-Extender ermöglicht.

 

Elektromobilität mit Ökostrom


 Elektroauto vor Windkraftanlagen und Solaranlagen

Foto: Petair / Fotolia

 

Der Wechsel zu einem Ökostromanbieter und die Errichtung von Solaranlagen auf Garagen, Carports oder Häuserdächern, welche genügend Sonneneinstrahlung haben, empfiehlt sich nicht nur für E-Auto-Nutzer.  Im Solardachkataster der Stadt Hamminkeln können Sie nachsehen, ob Ihr Gebäude für die Errichtung einer Solaranlage geeignet ist. Jedoch haben E-Autos im Vergleich zu herkömmlichen Autos auch schon im deutschen Energiemix einen kleinen Umweltvorteil. Selbst wenn man mit dem Primärenergieverbrauch rechnet, kommt man zu diesem Ergebnis. Daher sollten wir nicht warten, sondern jetzt schon E-Autos auf die Straßen bringen.

 

 

Öffentliche Lademöglichkeiten in Hamminkeln

 Ladesäule E-Auto Rathaus Hamminkeln

In Hamminkeln befindet sich am Rathaus eine öffentliche Schnellladesäule. Zum Laden wird ein Typ2-Stecker benötigt, sowie die „e-kWh“-App von Innogy, bzw. die der Roaming-Partner. Dort können zeitgleich zwei Elektroautos mit 22 kW laden. Bezahlt werden kann wahlweise über PayPal, eine Kreditkarte, einen Gutschein oder nach Abschluss eines Vertrags über die Vertragsnummer. Dementsprechend variieren auch die Kosten (z.B. 30 Cent pro kWh zzgl. 4,95 € pro Monat oder 4,95 € pro Stunde). 

 

 Ladepunkt E-Autos Straßenlaterne Dingden

 

Außerdem führt Innogy ein Pilotprojekt mit dem Startup ubitricity durch. Es werden Lademöglichkeiten an Straßenlaternen geschaffen, welche einfacher und günstiger zu errichten sind, als herkömmliche Ladesäulen. Aktuell kann man im Café Winkelmann in Dingden kostenlos ein „intelligentes Kabel“ ausleihen und anschließend damit an der dortigen Straßenlaterne laden. Der Vorgang ist momentan kostenlos und startet automatisch. Jeder, der (Ladesäulenseitig) einen Typ2-Stecker besitzt, kann dort laden. Wie auch an der Schnellladesäule wird bilanziell Ökostrom geladen. Mit einer Ladeleistung von 3,7 kW dauert der Ladevorgang hier etwas länger als an der Schnellladesäule.


 

eCarSharing in Hamminkeln


Seit Februar 2017 werden in Hamminkeln E-Autos im Carsharing vermietet. Am Rathaus stellt die Innogy drei E-Autos den Verwaltungsmitarbeitern zur Verfügung und nach Feierabend und an den Wochenenden stehen sie für die Öffentlichkeit bereit. Ein viertes Fahrzeug steht permanent für Gewerbetreibende und Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Es handelt sich um zwei Nissan LEAF, einen Renault Zoe und den Tranpsorter Nissan e-NV200. Je nach Fahrzeug, Fahrweise und äußerer Einflüsse sind damit Reichweiten von 100 - 320 km möglich. Nachdem man sich unter www.ecarsharing.innogy.com registriert und sich im Rathaus legitimiert hat, kann man die Fahrzeuge buchen und mit einer Kundenkarte öffnen.


 E-Carsharing in Hamminkeln


Die Firma DuSolaris betreibt ein Carsharing mit E-Autos in Dingden. Mit einer Umfrage wird zurzeit der Bedarf in Loikum ermittelt. Auch Wertherbruch und Marienthal könnten ein E-Auto bekommen. Bisher stehen im Hasseler Paß in Dingden ein smart E.D. und ein Renault Zoe bereit. Weitere Fahrzeuge werden momentan angeschafft. Nach der Registrierung unter http://www.dusolaris.de/e-car-sharing/ können die Fahrzeuge unter https://www.elkato.de/buchung/CarS_H oder unter der 0201-21960130 gebucht werden. 


 

Hybridauto


 Hybridauto

Foto: David Villareal Fernandez

 

Autos, die einen Verbrennungsmotor mit einem Elektroaggregat kombinieren, sind in vielen Fällen deutlich sparsamer und klimafreundlicher unterwegs. Denn es kann viel Energie gespart werden, wenn der Verbrennungsmotor während der Fahrt und beim Bremsen eine Batterie auflädt, welche beim Beschleunigen den Elektromotor antreibt. Hybridautos werden nicht an Steckdosen oder Ladesäulen geladen, sondern an herkömmlichen Tankstellen betankt. Eine Mischform aus Hybrid- und Elektroautos sind Plug-In-Hybridautos. Diese können zusätzlich an der Steckdose geladen werden. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Leistungen der Motoren so ausgelegt sind, dass nicht nur sportlichere Fahreigenschaften ermöglicht werden, sondern dass auch tatsächlich Treibstoff und CO2-Emissionen eingespart werden.

 

Erdgasauto


 Erdgasauto

Foto: Georg Sander

 

Allgemein sind Erdgasautos deutlich klimafreundlicher als Benziner oder Dieselfahrzeuge. Erdgas kann im Gegensatz zum Autogas (LPG), welches als Nebenprodukt bei der Erdöl- oder Erdgasförderung anfällt, auch durch Biogas- oder Power-to-Gas-Anlagen klimafreundlicher erzeugt werden. Die Spitzenplätze der Auto-Umwelt-Liste des ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD), werden überwiegend von Erdgasfahrzeugen und Hybridfahrzeugen belegt. Im Verhältnis zu LPG-Tankstellen gibt es in Deutschland mit einer Anzahl von etwa 900 aber deutlich weniger Erdgastankstellen. Im Umkreis von Hamminkeln befinden sich beispielsweise in Wesel, Bocholt und Dinslaken Erdgastankstellen.

 

Sparsame Benziner und Diesel


 

Es gibt auch einige Benziner und Dieselfahrzeuge, welche relativ sparsam und emissionsarm sind. So gibt es Kleinwagen, welche laut dem herkömmlichen Messverfahren der Hersteller auf eine Klimabelastung von weniger als 80g CO2/km kommen und einen Verbrauch von knapp über 3 Liter auf 100 km haben.

 

 

 

Bus & Bahn


RE 5 in Mehrhoog

Foto: Alexander Ehl / Stadt Hamminkeln

 

Viele Strecken lassen sich auch mit dem öffentlichen Nahverkehr zurücklegen. Von den Bahnhöfen Dingden und Hamminkeln können mit der RB 32 bequem die Städte Bocholt und Wesel erreicht werden. Hier ist geplant, die Strecke zu elektrifizieren und den RB 32 ab Wesel zusammen mit dem RE 19 bis Düsseldorf fahren zu lassen. In Mehrhoog hält der RE 19, welcher von Emmerich bis Düsseldorf fährt und beispielsweise in Wesel, Oberhausen und Duisburg hält. Eine Erweiterung in die andere Richtung über Zevenaar (NL) bis Arnhem (NL) ist geplant. Ab Wesel fährt zudem der RE 5, welcher über Köln und Bonn bis Koblenz fährt. Deutsche Großstädte und viele Ziele in Europa lassen sich auch mit dem Fernverkehr gut erreichen. So können extrem klimaschädliche Flüge vermieden werden. Aber nicht nur von Flügen, sondern auch von Kreuzfahrten ist abzuraten, da diese extrem klimaschädlich und umweltbelastend sind.

 

Linienbus der NIAG in Hamminkeln

 Foto: Alexander Ehl / Stadt Hamminkeln

 

In Hamminkeln fahren neben den Bahnen auch zahlreiche Busse:

- Bus 63: Wesel – Mehrhoog – Haldern

- Bus 64: Wesel – Hamminkeln – Ringenberg – Dingden - Bocholt

- Bus 72: Wesel – Brünen – Marienthal – Raesfeld

- Bus 95: Rees – Wertherbruch – Loikum – Bocholt

- Bus 96: Wesel – Hamminkeln – Loikum - Wertherbruch

- Bürgerbus: Hamminkeln – Dingden – Loikum – Wertherbruch – Bocholt

- Bürgerbus: Rees-Mehr – Mehrhoog – Hamminkeln - Brünen

- Auch ein Anrufsammeltaxi (AST) steht den Bürgerinnen und Bürgern nach einem Anruf zur Verfügung.

 

 Bürgerbus in Hamminkeln

Foto: Alexander Ehl / Stadt Hamminkeln

 

Weitere Informationen


- Informationen des VCD zu Lastenfahrrädern: http://lastenrad.vcd.org/startseite/

 

 

- Auto-Umwelt-Liste des VCD: http://www.vcd.org/auto-umweltliste.html

 

 

- Informationen des ADFC zu Pedelecs und E-Bikes: http://www.adfc.de/pedelecs/elektrorad-typen/elektrorad-typen

 

 

- Nationale Plattform Elektromobilität: http://nationale-plattform-elektromobilitaet.de/



- Motor-Talk: Umweltfreundliche Antriebe: http://www.motor-talk.de/umweltfreundlich-unterwegs

 

 

- Solarpotenzialkataster der Stadt Hamminkeln: http://www.solare-stadt.de/hamminkeln/

 

 

- NIAG-Verkehrsunternehmen: http://www.niag-online.de/


 

- Webseite der Stadt Hamminkeln: https://www.hamminkeln.de/

 

 

Stand: Februar 2017